Thema Fairway – Frage und Antwort-

Im Folgenden habe ich auf den Vorschlag eines Mitgliedes hin dessen Frage und meine Antwort eingestellt. Vielleicht ist das Thema auch für Andere interessant.

Guten Tag Roland!

Ich habe kürzlich mit Freunden im Golfresort Weimarer Land gespielt.

Fairways und Semiroughs waren in perfektem Zustand, so dass der Ball wie auf dem Tee lag ! Wir waren begeistert!

Beide Plätze hat Städler gebaut. Willst Du dort oder bei deinem Kollegen in Weimar mal fragen, welche Rasensorte sie gesät haben?

Ich weiß natürlich nicht, ob dies unseren Fairways bei Nachsaaten helfen könnte.

Beste Grüße

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Vielen Dank,

es gibt nur vier Grasarten, welche auf Fairways verwendet werden. Diese sind zu verschiedenen Mischungen zusammengestellt. Eine Reinsaat wird selten verwendet, weil sie zu anfällig ist. Den großen Unterschied in der Fairwayqualität macht der Boden. Optimal ist ein gut drainierender Boden oder, wenn dieser nicht vorhanden ist, ein aufgebautes Fairway mit Drainagen. Einen großen Einfluss nehmen auch die Würmer. Diese zerstören durch die aufgeworfene Erde im Frühjahr und Herbst einen erheblichen Teil der Grasnarbe und bringen zusätzlich Kräutersamen von unten an die Oberfläche. Weitere Faktoren sind das Alter der Fairways und der Lichteinfall. Mit der Zeit wandern immer mehr Fremdgräser ein. Letztendlich setzen sich mit den Jahren die Gräser durch, welche mit den Umgebungsbedingungen (Bodenfeuchte, Lichteinfall, nötiges Regenerationsvermögen…) am besten zurechtkommen.

Leider haben wir, wie die meisten Clubs in unserer Umgebung, einen schweren, schlecht drainierenden Boden mit relativ vielen Würmern. Eine Übersaat kann nur im Frühjahr oder Herbst auflaufen, bringt aber nur eine marginale Verbesserung. Meiner Meinung nach steht der Nutzen hier in keinem Verhältnis zu den Kosten. Zumal ein Großteil der Nachsaat durch Würmer oder Konkurrenzdruck verdrängt wird.

Durch höhere Düngung kann man unsere Fairways sicher etwas mehr pushen. Dann muss man aber auch mit den kurz- und langzeitigen Folgen leben. Fairways müssten mindestens 3-mal die Woche statt 2-mal gemäht werden. Wenn es nass ist und Mähgänge ausgesetzt werden müssen, kommt es zu sehr hohem Aufwuchs. Man erzeugt durch erhöhte Düngung ein Ungleichgewicht zwischen Filzproduktion und Filzabbau im Boden. Das führt langfristig zu sich verschlechternden Bodenbedingungen. Das Wasser staut sich in den oberen 10-15 cm Bodenaufbau. Der Boden wird im Nassen schwammig und im Trockenen sehr hart.

Ich denke wir sind mit den Fairways auf dem richtigen Weg. Weiterhin regelmäßig, leicht absanden, so dass diese Maßnahme auch im Spielbetrieb mit nur geringen Einschränkungen durchführbar ist. Zweimalige Düngung auf 6-8g Stickstoff/m² und Jahr. Damit halten wir etwa das Gleichgewicht von Filzabbau und Filzaufbau. Striegeln der Grasnarbe, sofern es zeitlich machbar ist. Und Teilbereiche des Platzes mit Herbizid behandeln, solange dieses noch erlaubt ist.

Grüße  und eine gute Woche,

Roland

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September 2017

Baum Bahn 5 im Nebel 2015

Bahn 5 im Nebel

Gerade wenn die Grüns zur Klubmeisterschaft besonders gut sind, machen die Greenkeeper sie am Montag danach wieder kaputt. Das hört man immer wieder.

Man glaube es nicht, aber auch Greenkeeper erfreuen sich an guten Grüns und zufriedenen Golfern. Aber wir müssen langfristig denken und den Bodenaufbau verbessern, damit die Grüns auch in Zukunft zu den meisten Turnieren in einem guten Zustand sind. Für die Bearbeitung der Grüns benötigen wir einen relativ hohen Sonnenstand, damit der Sand trocknen kann und in die Löcher oder Schlitze rieselt. Außerdem müssen die Temperaturen noch so sein, dass sich die Grüns regenerieren können. Diese Bedingungen sind ab der 2-3 Septemberwoche nicht mehr gegeben.

In diesem Jahr haben wir auf das Aerifizieren (Lochen und Sanden) verzichtet und haben stattdessen die Grüns mit dem Graden bearbeitet und hinterher mit dünnen Nägeln gelocht. Nach dieser Maßnahme waren die Grüns deutlich besser zu bespielen.

Leider sind wir auf Grund des Wetters und des schon in vorigen Artikeln erwähnten Arbeitsrückstandes nicht dazu gekommen die Abschläge und Vorgrüns zu bearbeiten. Dieses erfolgt dann wieder im Frühjahr.

Fairways

Die Fairways sind in dieser Saison wieder etwas zu kurz gekommen. Glücklicherweise haben wir es im September trotz relativ schlechter Witterungsbedingungen geschafft einen Großteil der Fairways leicht abzusanden. Besonders nass ist in diesem Jahr das Fairway 14, welches ab September stark beschattet ist. Hier haben wir etwas mehr Sand aufgebracht und diesen mit Vollspoons eingearbeitet. Es fehlen noch die Fairways 7, 8, 11, 12, 13, 15, 16 und 17. Die Fairways 15 und 16 werden ebenfalls dicker gesandet und gelocht, um hier einen Anschluss zu den Drainagen zu erhalten. Die übrigen Fairways werden nur leicht gesandet, so dass es den Spielbetreib nicht beeinflusst.

Aerifizieren FW 14 2017 1

Aerifizieren FW 14 2017

Fairway 14 nach dem Besanden und Lochen

Bis Ende September konnte der reguläre Mähbetrieb aufrecht erhalten bleiben. Die Mähhöhe der Roughs wurde dann der Jahreszeit angepasst und auf 55-60mm runtergestellt. Die Schnitthöhe des Semiroughs wurde von 35 auf 40mm erhöht und die der Fairways von 16 auf 18mm. Dadurch gehen dem Platz die Konturen etwas verloren. Diesen Kompromiss müssen wir eingehen, damit im Herbst in dem dichten, nassen und teils von Blättern bedeckten Gras die Bälle gefunden werden können.

Mit Beginn des Oktobers müssen die Mähintervalle verlängert werden, damit etwas Zeit für die übrigen Arbeiten bleibt. Das wären: Blätter zusammenblasen und entfernen, Baumschnitt, Umbaumaßnahmen, Reparaturarbeiten.

Bunkerrenovation auf Schauinsland

Mit der nötigen Renovation der Bunker auf Schauinsland wurde bereits begonnen. Diese eigentlich schon für das Frühjahr geplante Maßnahme ist aus verschiedenen Gründen nötig. So stehen einige Bunker regelmäßig unter Wasser, weil Drainagen nicht mehr funktionieren oder nicht vorhanden sind. Die Bunkerkonturen haben sich über die Jahre verändert. Der Sand ist über Jahre nur nachgefüllt und nicht erneuert worden. Die Bunkerböschungen lassen sich nicht mehr mähen, ohne dass in den Kurven das Gras beschädigt wird. Diese Umstände werden bei der Renovation berücksichtigt und verbessert.

Ausgangszustand

Fairwaybunker Bahn 1 im Ausgangszustand. Die Vordere Böschung wurde regelmäßig skalpiert.

Fertige Sohle mit altem Sand als Trennschicht

Fairwaybunker Bahn 1 im fertigen Zustand. Der alte Sand wurde teilweise als Trennschicht zum steinigen Untergrund einbebaut. Jetzt muss noch neuer Sand eingefüllt werden.

 

Umbau Bunker 7 links Ausgangszustand

Ausgangszustand des linken Grünbunkers Bahn 7. Über die Senke vor dem Bunker spühlte der Sand bei Regen stark aus. Die Drainage funktionierte nicht, so dass der Bunker immer voll Wasser stand.

Umbau Bunker 7 links Sickerlöcher 1

Der Bunker wurde zum Tee 8 etwas verkleinert. Dadurch ist die Böschung im hinteren Bereich besser befahrbar. Da es nicht möglich ist, eine Drainage aus dem Bunker herauszuführen, wurden vier Sickerlöcher ausgehoben. Wir hoffen, dass hier das Wasser schnell genug versickern kann.

Umbau Bunker 7 links links verkleinert, vorne im Bild angehoben wegen Wasser, alten Sand als Trennschicht in Sohle eingefüllt

Fertiger Zustand. Es muss noch neuer Sand eingefüllt werden.

 

Hardroughs

Die Hardroughs wurden auf Schauinsland bereits heruntergemäht. Leider konnte dieses Jahr kein Heu aus dem Grasschnitt gewonnen werden. Auf Schauinsland werden die Hardroughs in den nächsten Wochen genauso behandelt.

 

 

 

 

 

 

Platzarbeiten im August 2017

Im Folgenden beschreibe ich kurz einige Maßnahmen, welche wir im August durchgeführt haben und Probleme, mit welchen wir umgehen mussten.

Braune Grüns?!

Auf den Grüns sieht man deutlich, dass das Moos behandelt wurde. Nach der lang anhaltenden, nassen Periode im Juli und August, hat sich das Moos stark vermehrt. Fast alle Grüns waren betroffen. Auf dem Platz Schauinsland kommt noch das Laubmoos hinzu, welches sich im Winter und Frühjahr stark durchsetzt. Um dieses einzudämmen haben wir eine natürliche, für die Natur unproblematische Substanz eingesetzt. Vereinfacht gesagt haben wir einen Bestandteil vom Backpulver aufgelöst und auf den Grüns ausgebracht. Die wirksame Substanz ist das Natriumdihydrogencarbonat. Durch seine basische Reaktion werden die Spitzten den Gräser leicht verätzt und das Grün färbt sich für einige Tage braun. Dieses hat jedoch keinen Einfluss auf die Gräser oder das Spiel. Auch braune Grüns können einen treuen und verlässlichen Ball Lauf haben! Weil das Moos Nährstoffe und Wasser über die Blätter aufnimmt, verursacht die erhöhte Salzfracht ein aufplatzen der Zellen durch den osmotischen Druck. Die Moospflanzen sind nachhaltig geschädigt. Die Anwendung muss allerdings wiederholt werden, wenn die Sporen aufgekeimt sind. Dafür brauchen wird allerdings mindestens zwei Tage trockenes Wetter.

Moos Grün 9 8.17

Moos auf Grün 9 – die hellen Stellen sind Moos

Pilzdruck

Wir haben über das ganze Jahr einen sehr hohen Pilzdruck zu verzeichnen. Im Frühjahr war es der Dollarspot, welcher aufgrund der Trockenheit und dem nächtlichen Tau die Pflanzen befallen hat. Im Sommer war es kurzzeitig so kalt und nass, dass ein Schneeschimmelbefall begonnen hat. Danach kam wieder der Dollarspot bis in den Herbst hinein. Über dieses Phänomen klagen alles Clubs quer durch Deutschland. Auf unseren Grüns war nur der Befall im Frühjahr auf einigen Grüns recht stark. Über den Sommer waren die Fairways und Abschläge stärker betroffen. Auf diesen Flächen hat keine Behandlung mit Komposttee zur Stärkung der Abwehrmechanismen der Pflanze stattgefunden.

Schneeschimmel Tee 10

Pilzbefall auf Tee 10 im August

Graden

Warum behandeln wir die Grüns mit dem Graden?

Beim Graden werden die Grüns im Abstand von ca. 2 cm bis in 2cm Tiefe geschlitzt. Gleichzeitig, und dass ist das Schöne an dieser Maschine, werden die Schlitze mit einem Gemisch aus Sand, Bodenhilfsstoff  und Nachsaat verfüllt.

Das hat folgende Vorteile:

  • Gutes Auflaufen der Nachsaat
  • Beseitigung von sehr viel altem und neuem Filz
  • Erhöhen der Festigkeit und der Ebenflächigkeit der Grüns
  • Vor allem im Herbst muss erreicht werden, dass die Grünoberflächen schnell abtrocknen können und dass der Filzanteil minimiert wird. Lange anhaltende Feuchtigkeit auf den Gräsern in Verbindung mit Filz, in welchem die Krankheitserreger überdauern, ist ein Garant für einen starken Schneeschimmelbefall im Herbst und Winter.

Um Sauerstoff in den Boden und an die Wurzeln zu bringen haben wir anschließend die Grüns mit kleinen Vollspoons gelocht. Das Lochen gehört zu unseren Routinemaßnehmen und wird, wenn möglich, alle 2-3 Wochen durchgeführt.

Filz Grün 18 18.8.17

Profil der oberen 10 cm eines Grüns. Der neue und der alte Filz sind gut als dunkle Bänder zu erkennen. Hier hält sich die Feuchtigkeit und dort überdauern Krankheitskeime

Hardroughs

Im Normalfall werden die Hardroughs ein- bis zweimal im Jahr abgeschnitten und Größtenteils zu Heu verarbeitet. Dieses Jahr konnte das Rough aufgrund der schlechten Witterung nicht abgeschnitten werden. Es sollte mindestens 5 Tage trocken bleiben. Leider war das zu den Zeitpunkten, an welchen wir hätten schneiden können, nicht gegeben. Wenn es vom Wetter und der Zeit passt, werden wir die Flächen im Herbst Mulchen.

Fairways

Unsere Fairways leiden aufgrund der starken biologischen Aktivität unter einem hohen Kräuterbefall und darunter, dass sie besonders wegen der Wurmaktivität im Herbst matschig werden.

Die Kräuter haben wir über den Sommer einmal behandelt, dabei wurden jeweils 9 Löcher mit einem Herbizid gespritzt. Des weiteren Sanden wir die Fairways 1-2 mal im Jahr leicht ab. Diese Saison haben wir bis jetzt die Bahnen 1-7 einmal leicht gesandet. Wir hoffen bis zum Winter alle Bahnen zumindest einmal abgesandet zu haben, um damit den oben genannten Problemen entgegen zu wirken.

Regen, Regen, Regen Juli/August 2017

Nachdem der Juli uns mehrere Starkregenereignisse geliefert hatte, präsentierte sich der August durchgehend nass.

Wasser im Cup

Das bringt die üblichen Probleme beim Grasschnitt. Das Schnittgut verteilt sich nicht gut und bildet Grasklumpen auf den Flächen, was durch den starken Wuchs noch verstärkt wurde.

Aber auch für die Gräsergesundheit und Entwicklung bringt die lang anhaltende Nässe Probleme mit sich. Vor allem bei unseren bodennah aufgebauten Grüns. Diese verfügen über keine Drainage im Baugrund. Es wurden während Renovationsarbeiten Kiesschlitze nachträglich eingezogen, welche jedoch keinen DIN Aufbau ersetzen können. Man sieht den Grüns deutlich an, wo Wasser dauerhaft nach oben zieht und zu folgenden Problemen führt:

  • sauerstoffmangel an der Wurzel –> Nährstoffe sind teilweise nicht mehr pflanzenverfügbar, Wurzelathmung kommt zum erliegen, Bildung von pflanzentoxischen Faulgasen und Ausdünnen des Grasbestandes
  • Moosbefall–> Verdrängen der Gräser, Verschlechterung der SpieleigenschaftenMoos Grün 9 8.17
  • Algenbefall –> Verängen der Gräser und Ausdünnen der Grasnarbe
  • Absterben von aeroben Mikroorganismen –> führt dazu, dass der Filzabbau im Boden zum Erliegen kommt und sich Filz anreichert, in welchem wiederum Krankheitskeime überdauernFilz Grün 18 18.8.17

Die Grüns leiden in diesem Jahr unter einem erhöhten Krankheitsbefall. Ursachen können das sehr problematische Klima in diesem Jahr sein, aber auch ein zu großer Filzgehalt im Aufbau. Aus diesem Grund werden die Grüns vor allem zum Herbst hin ausgedünnt und der sich aufgebaute Filz bestmöglich entfernt, um die Krankheitsanfälligkeit zu reduzieren.

Maßnahmen dazu sind:

  • Skrifying: vertikutieren bis tief in die Grasnarbe (im August auf Hespertal)
  • Graden: Schlitzen der Grüns bis in den Boden und gleichzeitiges Verfüllen mit Sand und Grassamen (im August auf Schauinsland und September auf Hespertal)

Sicher wird auf diesen mäßigen Sommer ein herlicher Spätsommer und Herbst folgen, welcher den Grüns und dem Golfspiel gut tun wird.

 

 

 

 

Juli 2017

Der Juli liegt hinter uns und hat erwartungsgemäß hohe Niederschäge gebracht.

Die Bunker und die Wege wurden dreimal ausgewaschen. Das bedeutete in allen Bunkern den Sand neu verteilen und an den Böschungen hochschaufeln. In Zahlen waren das 90 Arbeitsstunden. Bei den Wegen dann das selbe Spiel. Sie konnten von den Wassermengen so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, weil wir in diesem Jahr mit den Arbeiten stark zurückhängen. Es war einfach keine Zeit sich um die Pflege der Wege zu kümmern. Eine große Zahl an Querrinnen zum Wasserabfangen hätte erneuert werden müssen um größeren Wassermengen stand zu halten.

 

Aber den Gräsern hat der Regen sehr gut getan. Die meisten Trockenstellen sind mitlerweile wieder grün.

Bedingt durch die Schulferien haben wir etwas weniger Spieldruck und haben diese Zeit genutz um die Grüns zu aerifizieren. Dadurch wird der Boden gelockert und der Filz reduziert. Wir haben alle Grüns mit 16mm Hohlspoons gelocht und mit Quarzsand der Körnung 0/2 die Löcher verfüllt. Vor dem Einfegen des Sandes wurde noch Saatgut auf den Grüns ausgestreut.

Am Abschlag der 12 ist eine große Menge Boden angefüllt worden. Die sehr steile und schwer pflegbare Böschung am Abschlag wurde so abgeflacht und kann in Zukunft gemäht werden. So soll das das Erscheinungsbild des Abschlages verbessert werden. Der Boden ist beim Aushub des Klubhauses angefallen und konnte auf diese Weise günsitig „entsogt“ werden.

Zwei erfreuliche Funde habe ich noch gemacht. Es ist schon lange her, dass ich eine Schlange auf der Anlage gesehen hatte. In den letzten Monaten habe ich gleich zwei gesehen. Und auch den Eisvogel konnte ich heute am Teich 15 bewundern.

 

Blindschleiche

Schlange Tee 14-1

Ringelnatter an Tee 14

Der Juni: Extreme Trockenheit, hohe Turnierfrequenz, und Pilzbefall der Grüns

Ein aus Greenkeepersicht sehr anstrengender und schwieriger Juni liegt bald hinter uns.

Dieser Monat hatte es wirklich in sich.

Extreme Trockenheit, hohe Turnierfrequenz, und Pilzbefall der Grüns.

Bis Ende Juni hatten wir geringe Niederschläge. Dadurch haben wir seit April ein leichtes Defizit in unseren Bewässerungsteichen, welches wir bis jetzt nicht auffüllen konnten. Die Bewässerung musste regelmäßig durchlaufen, so dass immer mehr aus den Teichen entnommen wurde, als wir einspeisen konnten. Dazu kam dann eine extrem heiße Woche, die exponierte Flächen regelrecht verbrennen ließ. Auf diese Situation hätten wir nur mit Handwässern reagieren können, jedoch fehlt uns dafür in der Saison die Personaldecke.

Hierzu einige Erläuterungen:

Bei starker Hitze benötigen die kurz geschnitten Gräser eine Abkühlung über Mittag, denn im Boden werden dann schnell Temperaturen über 40°C erreicht. Das größere Problem ist jedoch, dass das Wasser immer bergab läuft und dadurch Senken deutlich überbewässert werden, wogegen das Wasser auf den leicht erhöhten Bereichen fehlt. Diese Situation entsteht bei regelmäßiger Bewässerung über die Beregnungsanlage. Diese sollte auch im Hochsommer nicht öfter als alle 2 Tage laufen. Dazwischen müssen dann die Kuppen von Hand gewässert werden. Das kostet jedoch extra Arbeitszeit. Da wir dieses Jahr ohnehin noch stark im Rückstand sind, was unsere geplanten Arbeiten angeht, momentan jeweils ein Mitarbeiter im Sommerurlaub ist und der Turnierbetrieb ebenfalls viel Zeit in Anspruch nimmt, war keine Zeit um von Hand zu wässern.

Was die Fairways angeht, ist die Situation etwas anders.

  1. Wir haben nur eine Teilbewässerung der Fairways, welche die „Hotspots“ abdeckt
  2. Es ist uns aus den oben schon angeführten Gründen zeitlich nicht möglich alle Regner bei aufkommen einer Hitzewelle auf ihre Funktion zu prüfen und diese in Stand zu setzen. Das würde Tage dauern. Die Regner werden bei der Inbetriebnahme im Frühjahr geprüft und repariert.
  3. Bei lang anhaltender Trockenheit reichen unsere Wasser-Speicherkapazitäten nicht aus, um die Flächen grün zu erhalten.
  4. Die Wassermenge, welche wir innerhalb einer Woche ausbringen können ist durch die Förderkapazität unserer Anlage begrenzt. Das liegt an der Höhendifferenz, welche das Bewässerungswasser vom Reservoir bis zu den Regnern zurücklegen muss.

Folgende Niederschläge haben wir auf der Anlage gemessen:

Januar 57mm  57mm
Februar 81mm
März 74mm
April 26mm
Mai 56mm
Juni 24mm (bis 26.6.)

 

Der Pilzbefall mittlerweile aller Grüns resultiert auch aus der Trockenheit. So ist der Dollarspot eine typische Erkrankung für solch trockene Phasen. Hat man den Befall einmal auf den Grüns, so ist er nur sehr schlecht zu stoppen. Normalerweise tritt diese Krankheit im Juli und August auf und wird dann durch kältere, feuchte Witterung gestoppt. In diesem Jahr ist er jedoch schon im Mai aufgetaucht und kann nun über eine lange Periode Schäden anrichten. Dadurch, dass der Pilz in totem Pflanzenmaterial überdauert, bricht er immer wieder aus, wenn die Bedingungen für ihn günstig sind. Auf Grün 1 kann man die Schäden am deutlichsten sehen.

Also hoffen wir darauf, dass wir, wie im Wetterbericht angekündigt, eine kühle und nasse Woche bekommen, damit sich die Natur etwas erholen kann.

Saisonstart!

Ich bin lange nicht mehr zum Schreiben gekommen. Der Resturlaub und die vielen Arbeiten, welche im Frühjahr alle gleichzeitig fertig werden sollen haben das verhindert.

Inzwischen hat sich Einiges getan. Das kühle und relativ trockenen Wetter hat sich nach den sehr warmen Tagen Anfang April noch lange gehalten und ein richtiges Wachstum verhindert. Außerdem war durch die kalten Nächte der Schneeschimmel noch recht aktiv! Bis Mitte Mai hat sich also nicht viel getan. Dann konnten wir aber eine erste Granulat-Düngung anbringen, regelmäßig mähen und mit der Handnachsaat auf den Grüns beginnen. Mittlerweile sind fast alle Schadstellen nachgesät und gesandet worden.

Diese Woche haben wir die Mäheinheiten auf 4,5mm runtergestellt und das erste Mal gebügelt, so dass die Grüns sich jetzt mit 2,20 m Balllaufgeschwindigkeit der normalen Geschwindigkeit annähern.

Die Spielflächen werden wieder regelmäßig gepflegt, d.h.

  • Grüns mindestens 5x/Woche schneiden und eventuell bügeln, alle 14 Tage lüften durch Igeln, Schlitzen oder Aerifizieren mit dünnen Spoons und regelmäßige Nachsaat von Hand. Die Löcher werden je nach Turnierbetrieb 3-5x/Woche versetzt.
  • Abschläge und Vorgrüns 2x/Woche schneiden auf 12mm und alle 14 Tage eine Nachsaat der Divots
  • Fairways 2x/Woche schneiden auf 17mm und ca. alle 3 Wochen Nachsaat der Divots
  • Semirough 2x/Woche auf 40mm schneiden
  • Roughflächen 2x/Woche auf 50mm schneiden
  • Die Bunker werden vor jedem Turnier geharkt, jedoch mindestens 3x/Woche

Die Bewässerungsanlage wurde auch aus dem Winterschlaf erweckt und ist jetzt schon voll im Betrieb. Eine große Leckage in der Nähe des Pumpenhauses wurde abgedichtet, alle Regner auf ihre Funktion getestet, eingestellt und wenn nötig ausgetauscht.

Was wir noch nicht geschafft haben aber in den kommenden zwei Wochen erledigen werden ist:

  • das Auffüllen der Bunker mit Sand auf Hespertal,
  • das Freischneiden der Randbereiche des Platzes, sowie der Bäume im Spielbereich und der Schilder und Markierungen.
  • Mähen der Bunkerböschungen und Abspritzen mit einem Wachstumshemmer. Ohne Wachstumshemmer müssten die Bunkerböschungen wöchentlich gemäht werden. Bei einem Arbeitsaufwand von jeweils ca. 70 Arbeitsstunden wäre das nicht zu bewältigen.

Die Wachstumsarme Zeit bis Mitte Mai haben wir genutzt um nebenbei einige Sonderarbeiten zu beginnen.

Neuer Weg

Den Weg, welcher um Tee 5 zum Tee 7 führt, konnte bereits fertiggestellt werden. Ein Großteil der Bepflanzung ist gesetzt und die Abschlagerweiterung von Tee 5 ist bereits eingesät und gekeimt. Hier müssen nur noch Randarbeiten erledigt werden.

 

Treppengeländer

Nachdem wir im Winter unter anderem an Tee 12 eine Steintreppe gebaut hatten haben wir diese mit einem Geländer versehen. Leider ist an der neuen Treppe an Tee 8 ein Geländer nicht möglich.

Geländer Tee 12

Neue Schilder auf Schauinsland

Der Platz Schauinland wird mit neuen Schildern, Mülleimern und Bänken ausgestattet, um dessen Erscheinungsbild etwas aufzufrischen. 11 Schilder konnten wir bisher installieren.

 

 

 

 

März 2017

Die ersten 2,5 Wochen im März haben sehr nass begonnen. Dadurch ist unsere Baustelle an Tee 5 kaum vorangekommen. Es waren noch einige Erdarbeiten erforderlich, welche durch den Regen zum Erliegen kamen. Zudem waren wir stark unterbesetz. Drei Kollegen waren im Urlaub und zwei über eine Woche krank.

Dennoch konnten wir folgende Arbeiten erledigen:

Äste auf dem Platz zusammenharken und zum hächseln vorbereiten

Bunker harken, Platzmarkierungen reinigen und neu setzen, Fairwaykonturen vormähen.

Dann zeigte sich der März jedoch zunehmend trocken und mit steigenden Temperaturen. So konnte begonnen werden die 70m Kantenstein und 18m L-Steine für den Weg um Tee 5 zu setzen.

Weiter wurden alle Flächen einmal gemäht und weiteres Platzzubehör aufgestellt.

In der letzten Märzwoche war es dann so trocken, dass wir mit den Vorbereitungen der Grüns für die Spielsaison beginnen konnten. Die Grüns wurden mit dem Graden behandelt. Diese Maschine fräst Schlitze in die Grüns, welche direkt mit einem Gemisch von Saatgut und Sand verfüllt werden.

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Grün nach dem Graden, teilweise gefegt

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Fertiges Grün nach dem Graden

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Ein- und Abfegen nach dem Graden. Man sieht die entfernten Filzmengen

Dieses ist eine sehr gute Maßnahme um Filz aus den Grüns zu entfernen und Nachsaat einzubringen. Nach einigen Schwierigkeiten und einer Reparaturpause von einer Woche hatten wir dann Anfang April alle Grüns bearbeitet und gedüngt.

Nebenbei liefen die Arbeiten am Weg Tee5/7 weiter. Mittlerweile ist der Großteil der Kantensteine gesetzt, die Pflasterarbeiten haben begonnen, der Abschlagstein für das Damentee ist versetzt und der Unterbau für die Erweiterung des Tee 5 ist ebenfalls fertiggestellt.

 

Februar 2017

Im Februar haben sich die Arbeiten um das Klubhaus zu einem umfangreicheren Projekt entwickelt. Ein Großteil des Erdaushubs vom Anbau musste auf dem Platz untergebracht werden. Um die Sekundärschäden durch Materialtransport gering zu halten, haben wir uns entschieden das Material direkt vor Ort am Herrenabschlag 5 unterzubringen. Der Abschlag wird verbreitert, die Hecke und der Abschlagstein vom Damentee werden versetzt und die Wegführung verändert. Die Verbreiterung des Abschlags war eine ohnehin geplante Maßnahme, weil er nur zu 50% nutzbar und damit überlastet war.

Weiterhin wird im Zuge der unumgänglichen Neugestaltung des Klubhausumfeldes eine automatische Bewässerung der Rasenflächen am Klubhaus eingebaut. Die ersten Leitungsgräben hierfür haben wir bereits ausgehoben.img_4431

Die Arbeiten am Klubhaus werden uns noch einige Wochen beschäftigen.

Aber im Moment reicht es nicht an einer Baustelle tätig zu sein, so haben wir letzte Woche ein 120m langes Stromkabel vom Stadtgebiet Velbert zu unserem Pumpenhaus verlegt. Das Kabel soll die alte, überlastete Leitung ersetzen. Dadurch kann in Zukunft die Bewässerungsanlage voll ausgelastet werden. Die anschließenden Anschlussarbeiten stehen noch aus.

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Während der nassen Tage haben wir etliche Kleinigkeiten erledigt. Bei den jetzt wärmeren Temperaturen rücken jedoch die Platzarbeiten wieder stärker in den Vordergrund. Die erste Düngung mit Pflanzenstärkungsmitteln ist bereits erfolgt, um den Pflanzen vor Wachstumsbeginn alles Nötige bereitzustellen.

Bei den Platzvorbereitungen stehen jetzt folgende Punkte auf dem Plan:

  • Vorbereitung der Bunker:
    • Auspusten
    • vom Unkraut befreien
    • Harken und den Sand verteilen
    • Bunkerkanten bearbeiten
    • auf Schauinsland die Bunker durch den Kantenschnitt deutlich vergrößern und die ursprünglichen Formen wiederherstellen
    • im Laufe des Frühjahres werden die Bunker nach und nach mit neuem Sand befüllt und der alte Sand wird auf den Fairways ausgebracht.
  • Platz reinigen:
    • vom Sturm heruntergefallene Äste zusammenharken und mit dem restlichen Holz vom Baumschnitt hächseln
    • die Platzmarkierungen reinigen, austauschen oder neu setzen.
  • Vorbereitung der Grüns:
    • erste Schnitte je nach Temperatur und Befahrbarkeit des Platzes
    • Löcher versetzen
    • Schäden von Krähen und Spielern beseitigen
    • Pilzschäden nachsäen
    • sobald möglich mit dem Graden (Schlitzen und diese mit Sand und Saatgut verfüllen) bearbeiten.
  • Abschläge vorbereiten:
    • Reinigen
    • Markierungen freischneiden
    • erster Schnitt
    • Nachsaat der Winterschäden
    • Düngen
  • Vorbereitung der Fairways:
    • Konturen ansprühen
    • Wurmhaufen durch Abschleppen und einen ersten Schnitt mit alten Schneideinheiten beseitigen
    • Winterschäden nachsäen.
  • Bewässerungsanlage vorbereiten:
    • defekte Regner und Ventile ausbuddeln und ersetzen
    • Pumpen anfahren und Druck auf die Anlage geben
    • Beregnungszeiten prüfen.

Januar 2017

Entgegen der weitläufigen Meinung hatten wir im Januar sehr viel zu tun. Generell ist es so, dass wir, obwohl 9 fest Angestellte auf dem Platz beschäftigt sind, auch in den Wintermonaten wichtige Arbeiten abschließen müssen. Wir suchen uns den Witterungsbedingungen und der Befahrbarkeit der Anlage angepasste Arbeiten, die erledigt werden können. Das können z.B. Regenerationsmaßnahmen an den Laufwegen und auf den Fairways sein, Baumpflegemaßnahmen, Wegebau oder Instandsetzungsmaßnahmen an Gebäuden und Maschinen.

Im Januar haben wir in der Summe über eine Woche die Arbeiten am Klubhausumbau unterstützt.

An Grün 7 wurde eine zusätzliche Drainage installiert, um den vorderen Teil des Grüns zu entwässern.

Außerdem hat der Baumschnitt mehrere Wochen in Anspruch genommen.

  • Unter den Stromleitungen rechts von Bahn 9 musste das ganze Waldstück in der Höhe eingekürzt werden.
  • Links der Driving Range, unterhalb der Stromleitungen  mussten die Bäume eingekürzt werden
  • Rechts von Grün 17 wurde der Waldrand ausgelichtet
  • Große Mengen an Brombeeren mussten zur Straße hinter Bahn 5 und links, unterhalb von Grün 10 entfernt werden
  • Etliche tote Ulmen wurden gefällt

Das Schnittholz wird dann natürlich noch entsorgt. Der Großteil wurde bereits gehäckselt, an einigen Stellen liegt jedoch noch Holzschnitt bereit.

Im Anschluss daran haben wir begonnen den Weg von Grün 6 zu Tee 7 zu verlegen. Aufgrund der Klubhauserweiterung muss eine neue Wegführung gefunden werden. In der Saison 2017 wird diese provisorisch über den hinteren Teil von Tee 5 verlaufen.

Aufgrund der stabilen Hochdrucklage in der dritten und vierten Januarwoche habe ich mich entschieden die bis zu 10cm hohe Schneedecke von den Sommergrüns abzuräumen. Bei Temperaturen über ca. -2°C liegt die Temperatur an der Grenzschicht von Schnee und Grasnarbe über 0°C. Damit entsteht durch das dauerhaft feuchte Milieu eine perfekte Brutstätte für Schneeschimmel. Durch das Abräumen kann die Oberfläche schnell abtrocknen. Der Schneeschimmel mag weder trockene Oberflächen noch Temperaturen unter 0°C.

In dieser Woche, wo der Boden noch hart gefroren und gut befahrbar ist werden wir mit einer Baumstumpenfräse über den Platz fahren und die zurückgebliebenen Baumstümpfe Bodentief abfräsen. Das ist aus ästhetischen und pflegetechnischen Gründen notwendig.

Weitere Sondermaßnahmen im Winter werden z.B. sein:

  • Vorarbeiten zur Gestaltung der Aussenanlage vor dem Klubhaus
  • Anlage einer Schuh- und Schlägerreinigungsstation in der Nähe des Klubhauses
  • Verlegen eines Stromkabels von der neu geschaffenen Anschlussstelle zum Pumpenhaus
  • Weitere kleiner Restarbeiten an der Netzanlage der Driving Range
  • Kleine Umgestaltungen an den Bunkern auf Schauinsland, um die Bunkerumfelder besser befahrbar zu machen
  • Eine Drainage im vorderen Teil von Grün 8 einbauen.